“If a fairy could fulfill you one desire, what would you wish for? – Wenn Ihnen eine Fee einen Wunsch erfüllen würde, was würde Sie sich wünschen?“. Die Frage ihrer Englischlehrerin Christa Azzola können Norman, Daniel, Michael, Tobias, Rosemarie und Hamid scheinbar locker beantworten: Der eine wünscht sich zehn Millionen Euro, der nächste würde gern mit hübschen Mädchen am Strand liegen, ein anderer sehnt sich nach einem eigenen Flugzeug. Der Wunsch nach einem schicken Auto nimmt sich da vergleichsweise bescheiden aus.
Die sechs sind in einem Alter, in dem die Träume noch in den Himmel wachsen – zwischen 20 und 30 Jahre alt. Ihr beruflicher Status hingegen lässt wenig Raum zum Träumen: Sie sind alle Empfänger von Arbeitslosengeld II. Und sie haben in aller Regel schon vergleichsweise viel probiert, um sich ihre Träume vielleicht doch erfüllen zu können. In ihren Bewerbungsschreiben tauchen Berufe wie Fachkraft im Gastgewerbe, Verkäuferin oder Zahntechniker auf.
Seit dem 8. Februar setzen sie auf eine Qualifikation bei Job Destination Airport, ein sechsmonatiges Training für einen Job im internationalen Umfeld, das in Berlin drei Bildungsträger in Kooperation anbieten: die u.bus Gesellschaft für regionale Entwicklung, der bildungsmarkt e. V. sowie der Internationale Bund (IB).
Das Angebot richtet sich an junge Erwachsene bis zum vollendeten 30. Lebensjahr mit ersten Berufserfahrungen, die Arbeitslosengeld I oder II beziehen und die noch mal so richtig durchstarten wollen. Das ist durchaus wörtlich gemeint: Am künftigen Großflughafen Berlin Brandenburg International sollen bis zum Jahr 2011 ca. 40 000 Arbeitsplätze entstehen. Job Destination Airport will Starthilfe geben. Die besteht darin, dass die Projektteilnehmer drei Monate lang in ein Dienstleistungsunternehmen im Ausland – derzeit Frankreich, Finnland, Schweden oder die Niederlande – entsandt werden und dort Arbeitserfahrungen sammeln können. Dafür erlernen sie in den zwei Monaten zuvor eine Fremdsprache in Berlin und lernen dabei Land und Leute kennen. Der Monat nach Rückkehr aus dem Ausland dient der Auswertung, dem Erstellen der Bewerbungsmappe, der gemeinsamen Jobsuche und dem Bewerbungscoaching. Nach einem halben Jahr sollen die jungen Durchstarter fit für einen Job sein.
Alle zwei Monate beginnt eine neue Gruppe. Eine erste Gruppe ist bereits am 7. März nach Marseille in Frankreich abgeflogen, nach Helsinki/Finnland ging es für Norman, Daniel, Michael, Tobias, Rosemarie und Hamid am 6. April. Am 12. April begann eine dritte Gruppe mit der Vorbereitung auf Südfrankreich, eine Vierte bereitet sich ab Anfang Juni für die Niederlande vor. Bis zum Frühjahr 2012 werden sich etwa 100 arbeitslose junge Menschen aus Berlin und Brandenburg auf einen Job beim BBI oder in einem ähnlichen internationalen Umfeld vorbereiten.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
